virtuelles Spielzeugmuseum der 50er - 70er Jahre
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Eine verbesserte / erweiterte Fassung der "Fernsehspiele" ist HIER zu finden:

http://www.wirtschaftswundermuseum.de/fernsehen-50er-jahre.html

 
Ebenfalls in die Rubrik Tierspiele einzuordnen ist sicherlich das Karten-Quartett "Daktari". Die gleichnamige TV-Reihe bietet jedoch über die genreüblichen Erlebnisse der arg vermenschlicht dargestellten Schimpansin Judy und des schielenden Löwen Clarence hinaus nahezu realitätsnahe Einblicke in den Betrieb der fiktiven Tierpflegestation "Wameru". Dazwischen immer wieder eingestreute kurze Impressionen  afrikanischer Flora und Fauna machen die Serie fast zu einem Bindeglied in die Richtung seriöserer Tierdokumentationen, die sich ebenfalls enormer Beliebtheit erfreuten
Ganz gleich, ob Jaques Cousteaus "Geheimnisse des Meeres" gesendet wurden, Hans Hass' spektakuläre Unterwasseraufnahmen in "Abenteuer unter Wasser", Heinz Sielmanns "Expeditionen ins Tierreich" oder Bernhard Grzimeks "Ein Platz für Tiere", die für das Fernsehformat konzipierte Sendereihe nach seinem sich für die Schaffung und Erhaltung von Nationalparks einsetzenden und Oscar-prämierten Kinofilm "Kein Platz für wilde Tiere" - ein Großteil der Empfangsgeräte war immer eingeschaltet. Schließlich galt es, via Bildschirm exotischsten Tieren oder nie zuvor vermuteten Bewohnern der Tiefsee "Auge in Auge" gegenüberzustehen.
Bernhard Grzimek, hauptberuflich Direktor des Frankfurter Zoos, gebrauchte seine Fernsehpopularität zur Unterstützung diverser Hilfsprojekte. So geht ein Teil vom Erlös des Spieles "Ein Platz für Tiere", bei welchem unter anderem Brüllaffe, Beutelteufel und Schabrackentapir ihrem jeweiligen Herkunftsland zugeordnet werden müssen, an die Aktion "Hilfe für die bedrohte Tierwelt".
Um eine "Tiersendung" ganz anderer Art handelt es sich bei "Mister Ed - Das sprechende Pferd" : Wilbur Post ist der Besitzer dieses ungewöhnlichen Tieres. Leider ist Wilbur aber der einzige, mit dem Ed sprechen möchte. Da er deshalb natürlich Schwierigkeiten hat, anderen Mitmenschen die besondere Begabung seines Vierbeiners glaubhaft zu machen, ergeben sich daraus vielerlei komische Szenen.
 
Das Würfelspiel "Mister Ed" von Spiele-Schmidt beinhaltet Ereigniskarten mit launigen Sprüchen im Stil der Fernsehserie von 1962. "Es gibt nur noch ein schlimmeres Ding als ein sprechendes Pferd: Einen sprechenden Menschen" ist ein Beispiel und ein anderes "Das war eine Fußballverletzung. Ich saß beim Fernsehen und während der Übertragung der Partie fiel mir das Fernsehgerät auf den Fuß" zeigt auf, wie lang der Bart heute noch in Gebrauch befindlicher Pointen bereits sein kann...
 
Die verschiedenen Karl-May-Verfilmungen zu den Romanfiguren Old Shatterhand und Winnetou schließlich sind ein Beispiel für eine erfolgreiche Zweitverwertung von Kinofilmen im Fernsehen. 1962 erstmals in "Der Schatz im Silbersee" gemeinsam auf der großen Leinwand zu sehen, gelang es Ex-Tarzan Lex Barker und ganz besonders "Winnetou" Pierre Brice, ab 1974 ebenfalls die Fernsehzuschauer in ihren Bann zu ziehen. Letzteres gelingt dem Würfelspiel von Bayerwald-Spiele, einem "großen Kampfspiel für alle Freunde des wilden Westens" nur in recht begrenztem Maße.

 Doch allein Schachteldeckel und Spielbrett, mit großformatigen Fotos des tapferen und gutaussehenden Old Shatterhand sowie des ebenso tapferen und sogar noch besser aussehenden Häuptlings der Apachen  illustriert, lassen die Suche nach diesem schönen und recht seltenen Stück Nostalgie lohnenswert erscheinen.

Auch bei "Rauchende Colts" spielte ein akustisches Element eine große Rolle. Allerdings handelte es sich in diesem Fall nicht etwa um eine eingängige Anfangsmusik, sondern um die brüchig-krächzende Stimme des Hilfssheriffs "Festus". Dies galt allerdings nur für die von dem später ebenfalls Sesamstrassenfigur "Ernie" seine Stimme leihenden Gerd Duwner synchronisierte deutsche Bearbeitung. Denn davon, daß Festus-Darsteller Ken Curtis ein eher wohlklingendes Organ besitzt, konnte sich das deutsche Publikum durch dessen diverse Auftritte als Sänger von Country-Musik überzeugen. Hauptfigur der in Dodge City angesiedelten Serie war aber nichtsdestotrotz  James Arness in seiner Rolle als Marshall Matt Dillon.
Nach der Absage von John Wayne eigentlich nur zweite Wahl, machte er jedoch im Zusammenspiel mit dem Filmarzt "Doc Adams" und der Betreiberin des ortsansässigen Edel-Saloons "Miss Kitty" sowie einer Menge Gaststars wie z.B. Jodie Foster, Burt Reynolds und Harrison Ford seine Sache so gut, daß "Rauchende Colts" mit insgesamt 635 Folgen zum langlebigsten Western aller Zeiten avancierte und zumindest in diesem Punkt selbst Branchenprimus "Bonanza" auf die Plätze verweisen konnte.
Nacherleben kann der Interessierte etliche dieser Szenen auf Viewmaster-Scheiben. Ist der gerade in den 60er Jahren ausgesprochen beliebte Stereobetrachter vielleicht auch kein "Spiel" im engeren Sinne, sei an dieser Stelle dennoch darauf hingewiesen, daß ebenfalls zu vielen anderen populären Fernsehserien Bildscheiben mit dem seinerzeit spektakulären 3D Effekt auf den Markt gebracht wurden.
Neue Maßstäbe bezüglich der Länge der einzelnen Folgen setzten die im ZDF erstmals 1970 ausgestrahlten "Leute von der Shiloh-Ranch". Im Original 90 Minuten und in der gekürzten deutschen Fassung immer noch überdurchschnittliche 75 Minuten lang, teilten sie das Publikum in verschiedene Lager. Lobten die einen die durch die zeitliche Ausdehnung mögliche gewordene bessere Entwicklung der jeweiligen Geschichte, fanden es die anderen einfach nur langatmig und zäh, obwohl James Dury als Vormann Virginian und Doug McClure als Obercowboy Trampas durchaus das eine ober andere Glanzlicht zu setzten wußten.Auch von "Big Valley" fühlte sich der hartgesottene Westernfan nicht wirklich angesprochen, zu kultiviert ging es zu im Haus von Ma Barkley, dargestellt von Hollywoodstar Barbara Stanwyck.

Von ganz anderem Kaliber war dagegen einige Jahre zuvor "High Chaparral": rauhe Umgangsformen und derb-lustiger Witz bestimmten das Miteinander von Big John Cannon, Manolito, Buck und dem immer wieder in die Bredouille geratenden Blue Boy Cannon im Little Valley, für eine Prise Erotik sorgte Linda Cristal in ihrer Rolle als Victoria Cannon.

Der Vollständigkeit halber seien noch "Bronco" mit Ty Hardin als "Bronco Layne" sowie "Westlich von Santa Fe" erwähnt. In letztgenannter Serie fügte sich Ex-Basketballprofi Chuck Connors nahtlos  in eine Reihe mit Berufssportlern wie "Tarzan" Johnny Weismüller ein, die nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn eine zweite Karriere als Schauspieler starteten.

 Das Markenzeichen von Serienfigur "John McLean", der gemeinsam mit seinem Sohn Fred von den Erträgen einer kleinen Farm lebt, ist sein Gewehr, mit dem er dank eines speziellen Mechanismus ebenso schnell wie mit einem Colt feuern kann.

Von "den Bösen" in der Regel ob seines unhandlichen Schießgerätes unterschätzt oder gar verspottet, zeigt sich im Verlauf der Episoden immer recht schnell, daß "John McLean, der Mann mit dem Gewehr" letzlich jeder noch so brenzligen Situation gewachsen ist und dafür Sorge trägt, daß "die Guten" schließlich die Oberhand gewinnen.
Ebenso wie die Westernserien stammte auch das Gros der anfangs in der Bundesrepublik gesendeten Krimiproduktionen aus den USA.
Medienwissenschaftler Knut Hickethier vermutet, daß bei Serien dieser Art "ein Wechselspiel besteht zwischen dem Reiz der verbotenen Grenzüberschreitung durch den Verbrecher, die heimliche Wünsche der Zuschauer berührt, und den Sanktionen, die dem Verbrecher am Ende durch seine Entlarvung und Bestrafung drohen: Der Zuschauer kann sich am Ende befriedigt auf den geordneten Gang der Welt verlassen."

 


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