virtuelles Spielzeugmuseum der 50er - 70er Jahre
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Eine verbesserte / erweiterte Fassung der "Fernsehspiele" ist HIER zu finden:

http://www.wirtschaftswundermuseum.de/fernsehen-50er-jahre.html

 

Aber nocheinmal zurück zu Hans Rosenthal: Der Berliner Allroundkönner und auch
einige seiner Kollegen vom "alten Schlag" wie Hans Joachim Kulenkampff versäumten in ihren Anmoderationen selten, auch die Zuschauer oder gar "die Brüder und Schwestern" in der DDR zu begrüßen. In der Tat gab es via TV einen regen Ost-West Austausch über die unüberwindlichen Grenzen hinweg. Natürlich versuchte die sozialistische Staatsgewalt die Ausrichtung ostdeutscher Antennen in die Richtung westdeutscher Sendemasten zu verhindern, bekam dies aber aufgrund der unübersehbar großen Zahl der "Ungehorsamen" nie in den Griff.
Doch nicht nur das Westfernsehen interessierte die Menschen in der DDR, denn es gab durchaus auch eine Reihe qualitativ hochwertiger Eigenproduktionen.
Daß als Beispiel an dieser Stelle nun ausgerechnet der Sandmann angeführt wird,  ist vor allem mit dem Umstand begründet, daß es zu dieser Serie eine ganze Reihe von Spielen gibt. 1959 von Gerhard Behrendt erstmals in Szene gesetzt, kam er jeden Abend in einem seiner ungezählten, von Ausstatter Harald Serowski konstruierten Phantasiefahrzeuge auf die Bildschirme, um den Kindern "Schlafsand" in die Augen zu streuen. Im Laufe der Zeit erhielt er Unterstützung von Puppen-Kollegen wie Herrn Fuchs und Frau Elster, Pittiplatsch, der Ente Schnatterinchen und anderen, die lustige  Geschichten zum Besten gaben, bisweilen aber auch bestrebt waren, den Kindern die ideologisch "richtige" Denkweise zu vermitteln. So besucht der Sandmann die Leipziger Messe, ein Weihnachtsmann nimmt Bestellungen für ein HO Warenhaus auf und in einer Märchenerzählung wundert sich ein von einer Handpuppe verkörperter Junge darüber, daß Dornröschen an nur einer einzigen Spindel spinnt "und in unseren Produktionsstätten doch jeder Arbeiter gleich mehrere Webstühle gleichzeitig bedient"..

 

"Clown Ferdinand" erklärt, warum es ungesund ist, an Bleistiften zu kauen und "Frau Doktor Pille mit der Brille" hält ihren Puppen Lineale an den Rücken, um eine gerade Körperhaltung zu demonstrieren. Trotz aller belehrender Elemente  ist die Beliebtheit des Sandmanns ungebrochen und es ist eine von wenigen DDR-Sendungen, die nach dem Fall der Mauer weiterhin produziert wurden.
Im kindgerechten Würfelspiel "Sandmann, lieber Sandmann..."  vom Spielewerk Karl-Marx-Stadt (SPIKA) gibt es auf dem Spielbrett ein Wiedersehen mit vielen der bekannten Figuren und zum Schluß "singen die Kinder gemeinsam das Sandmännchenlied:
Sandmann, lieber Sandmann, es ist noch nicht so weit.
Wir senden erst den Abendgruß, eh' jedes Kind ins Bettchen muß.
Du hast gewiß noch Zeit.
Sandmann, lieber Sandmann, hab nur nicht solche Eil'.
Den Abendgruß vom Fernsehfunk hört jeden Abend alt und jung-
sei unser Gast derweil."

 

Fast zeitgleich mit dem Sandmann ging auch das durchaus ansehnlich ins Bild gesetzte bundesdeutsche Sandmännchen auf Sendung, wurde aber nicht annähernd so populär. Vielleicht fehlte ihm neben seinem "Nun liebe Kinder, gebt fein acht - ich hab' euch etwas mitgebracht" einfach nur eine ähnlich prägnante Erkennungsmelodie wie die seines DDR-Pendants? Für das Spiel "Sandmännchen" jedenfalls "wurde eine völlig neue Spielweise ausgedacht". Jeder Spieler legt eine Mischung aus Wort- und Bildkarten so aus, "daß sich grammatisch richtige Sätze ergeben. Spaß-Sätze werden gern angenommen, denn wer könnte nicht lachen, wenn sich die Kuh hinter dem Teddybären verstecken möchte?!"
Hatte auch das Sandmännchen-West nicht das Potential zur "Kultfigur", so erreichten diesen Status aber sicherlich einige "Darsteller" der Augsburger Puppenkiste.
Nach der Fernsehpremiere 1953 mit "Peter und der Wolf" folgten zahlreiche weitere Aufführungen des von Rose und Walter Oehmichen gegründeten Marionettentheaters.
 
Ob "Urmel aus dem Eis", "Jim Knopf" oder "Kater Mikesch", kaum jemand, der nicht eine bestimmte Kindheitserinnerung mit einem der zahlreichen Puppencharaktere verbinden kann. Die in der 1971 erschienenen von ASS herausgebrachten Sammlung enthaltenen Würfelspiele "Bill Bo", "Kalle Wirsch", "Die Schildbürger" sowie das Quartett "Gut gebrüllt, Löwe" sind durchaus in der Lage, diese Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Zu einer "Puppenkiste" der ganz besonderen avancierten dann 1977 die von Jim Henson konzipierten Muppets. Zu Beginn der 60er Jahre gelangten auch die ersten Zeichentrickfilme auf die Bildschirme. Wurden  z.B. frühere Walt-Disney-Werke primär für die Kinoleinwand konzipiert, gab es nun auch andere Produktionen, die ausschließlich für das Fernsehformat bestimmt waren und deren erste Vertreter paradoxerweise in der Steinzeit (Familie Feuerstein) und in der Zukunft (die Jetsons) angesiedelt waren.Später stieß eine gezeichnete Figur des animierten Vorspanns zu Peter Sellers Inspector Clouseau-Filmen auf derart positive Resonanz, daß sie als "Der rosarote Panther" die Hauptfigur einer ganzen Trickfilmserie wurde. Aber sowohl "Paulchen Panther" als auch viele der innerhalb der Sendung "Schweinchen Dick" gezeigten Beiträge waren Eltern und Pädagogen aufgrund des hohen Gewaltpotentials eher suspekt.
 
Auf mehr Gegenliebe bei den Erwachsenen stießen da schon "Die Biene Maja", "Heidi" und "Wickie",die gezeichneten Geschichten über den zwar ängstlichen, aber zugleich pfiffig-cleveren Wickingersohn.
Ein Mensch aus Fleisch und Blut ist hingegen die Schauspielerin Inger Nilsson. Dabei hatte es durchaus etwas "zeichentrickartiges", wenn sie Anfang der 70er Jahre als "Pipi Langstrumpf" auf dem Bildschirm erschien und dank ungewöhnlicher Kräfte ihr Pferd "Kleiner Onkel" wie eine überdimensionale Hantel in die Luft stemmte oder die beiden Ganoven Blom und Donner-Karlsson scheinbar mühelos auf einen hohen Schrank setzte.
Ebenfalls über besondere Fähigkeiten verfügt Otto Simanek als "Pan Tau" (DDR-Titel: Die Abenteuer des Herrn Tau) in der tschechischen Fernseh-Produktion und auf den Szenenfotos des Quartettspieles von Piatnik. Wenn er mit den Fingern in einem bestimmten Rythmus auf seinen Hut tippt, kann er sich in eine kleine Puppe verwandeln und auf diese Weise unangenehmen Situationen entfliehen oder sogar Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Daß dies, wie auch im Fall der "Bezaubernden Jeannie" leider nur im Fernsehen funktioniert, könnten sicherlich tausende von Kindern nach unzähligen ebenso bemühten wie erfolglosen Selbstversuchen leidvoll bestätigen.
Nach wie vor wird eine große Auswahl an Spielen zu Sendungen angeboten, die bereits populär sind oder es erst noch werden wollen. Ob eines davon, wie etliche der hier vorgestellten, das Zeug hat, zum Klassiker zu werden und auch nach Jahrzehnten noch im Bewußtsein der Menschen verankert sein wird, vermag  allein der Lauf der Zeit zu zeigen...

 

 Eine verbesserte Neufassung der "Fernsehspiele" ist HIER zu finden.

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