virtuelles Spielzeugmuseum der 50er - 70er Jahre
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Eine verbesserte / erweiterte Fassung der "Fernsehspiele" ist HIER zu finden:

http://www.wirtschaftswundermuseum.de/fernsehen-50er-jahre.html

Ist der Jahrzehntelange Erfolg der „Sendung mit der Maus“vielleicht damit zu erklären, dass ihr ein gänzlich eigenständiges Konzept zugrunde liegt, kann die „Rappelkiste“ ihre konzeptionelle Nähe zum offensichtlichen Vorbild Sesamstrasse nicht verleugnen.

Die Figuren Ratz und Rübe erinnern eher mehr als weniger an die Sesamstrassen-Bewohner Ernie und Bert.

Die wiederum von Wolfgang Buresch  entwickelten Maxifant und Minifant hingegen gucken Fernsehen im Fernsehen. Angeschaute Real- oder Zeichentrickgeschichten werden aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und anschließend von den Puppen kommentiert. Anfänglich als zu betulich und langatmig regelrecht verrissen, kommt die Sendung durch permanente Verbesserungen doch noch in die Gänge und erntet letztlich viel Lob bei Eltern, Kindern und Kritikern.

Nicht vorrangig um die Vermittlung pädagogischer Inhalte, sondern hauptsächlich um die Anmoderation von Einspielfilmen ging es bei Plumpaquatsch. Die Sendung erfreute sich beim Publikum großer Beliebtheit, was sicherlich nicht zuletzt an der sympathischen Schauspielerin Susanne Beck lag, die Ansprechpartnerin des kleinen grünen Wassermanns mit den dicken roten Lippen war.Quasi Nachfolger von Plumpaquatsch wurde Mäusegreis Emm wie Meikel, der noch in den ersten Folgen dieser Serie mit runden statt spitzen Ohren und anderer Nase, ansonsten aber nahezu unverändert, einen Katzengreis verkörperte und ebenfalls auf die Unterstützung einer Co-Moderatorin in Person der populären Fernsehansagerin Hanni Vanhaiden vertrauen durfte.

Um die bis dahin aufwendigste und kostspieligste Puppenfilmproduktion im deutschen Fernsehen handelte es sich bei Robbi, Tobbi und das Fliwatüüt, für dessen Fertigstellung unter der Regie von Sendung-mit-der-Maus-Miterfinder Armin Maiwald mehr als 220 Drehtage benötigt wurden und das mit innovativen Techniken wie dem Bluebox – Verfahren aufwarten konnte, welches eine Verbindung von Trick- mit Realszenen ermöglichte.

Auch bei den Zeichentrickfilmen schieden sich Anfang der 70er Jahre die Geister. Als das bei den Kindern ausgesprochen beliebte Schweinchen Dick 1973 wegen zu brutaler Szenen aus dem Fernsehen verbannt werden sollte, wurde im begleitenden Comicheft zu einer Protestaktion aufgerufen: „Humorlose Erwachsene versuchen euren Fernseh-Spaß kaputtzumachen! Schweinchen Dick, Bunny, der Hase, Daffy Duck, Tweety und Sylvester, Speedy Gonzales sollen nicht mehr am Montagabend im ZDF ihre Späße treiben!“

Des Weiteren war ein an den damaligen Intendanten gerichtetes Protestschreiben vorgedruckt: „Lieber Herr Professor Holzamer, Schweinchen Dick darf nicht sterben. Die Schau ist eine echte Sendung für uns junge Fernsehzuschauer und einfach Klasse!“ Alles Bitten half jedoch nichts, stattdessen musste man in der Folge in der „Trickfilmzeit mit Adelheid“ ein zwar gewaltfreies, aber dafür ungemein nervendes Trick-Känguru über sich ergehen lassen. Wesentlich unterhaltsamer war dagegen Paulchen Panther, der im Rahmen von „Der rosarote Pather“ Trickverwandte wie einen trotteligen Inspektor samt Assistent Dudu oder den depressiven Ameisenbär Elise vorstellte. Allseits beliebt war auch die aus Frankreich importierte Familie Barbapapa, deren Name sich vom französischen Begriff für Zuckerwatte ableitet und die bezüglich ihres Aussehens durchaus in die Ahnengalerie der Teletubbies eingereiht werden könnte. Im Jahr 1974 startete mit „Wickie und die starken Männer“ die erste in japanischen Studios entstandene Trickfilmserie, der mit „Biene Maja“,  „Heidi“, „Pinoccio“ und „Sindbad, der Seefahrer“ noch etliche weitere folgen sollten und die trotz Kritikerschelte bei den Kindern so beliebt waren, dass sie auch heute noch regelmäßig in Wiederholungen auf den Bildschirmen zu sehen sind.

Aus Jugoslawien hingegen kam „Professor Balthazar“, der in den Vorabendprogrammen der ARD seinen Platz fand. Für jedes technische Problem entwickelte der findige Professor eine Lösung und eine Stimme aus dem Off begleitete diesen Denkprozess jedes Mal mit denselben Worten: „Er überlegte…und überlegte…und überlegte…und dann hatte er eine Idee!“.


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