Kaufmannsladen vom Betrieb Seiffener Spielwaren, Erzgebirge, um 1959, Maße: 70 x 25 x 26,5 cm, bestückt mit Westwaren. Um im „echten Leben“ an Produkte aus dem Westen zu gelangen, benötigten DDR-Bürger z.B. den Geschenkdienst Genex oder „forum-Schecks“ für die Intershops.
Genex und Forumschecks: Das „Westgeld“-System der DDR. Wer in der DDR an hochwertige Konsumgüter, Markenkleidung oder westliche Lebensmittel gelangen wollte, stieß mit der regulären Währung der DDR schnell an Grenzen. Um an die dringend benötigten westlichen Devisen – allen voran die Deutsche Mark (D-Mark) – zu gelangen, entwickelte die DDR-Führung ein ausgeklügeltes staatliches Handelssystem. Die beiden wichtigsten Säulen dieses Systems für Privatpersonen waren die Genex GmbH und die sogenannten Forumschecks.
Genex: Der Geschenkdienst aus dem Westen
Die Geschenkdienst- und Kleinexporte GmbH, kurz Genex, wurde bereits 1956 gegründet. Das Prinzip war einfach wie genial: Westdeutsche konnten aus einem speziellen Katalog Waren für ihre Verwandten und Freunde in der DDR bestellen und direkt in D-Mark bezahlen. Die Auslieferung der Produkte erfolgte dann innerhalb der DDR. Für die Bürger im Osten war Genex oft die einzige Möglichkeit, ohne jahrelange Wartezeiten an begehrte Güter zu kommen. Das Angebot war riesig und umfasste nicht nur Genussmittel, Kosmetik und hochwertige Unterhaltungselektronik, sondern auch Möbel, Fertighäuser und Autos. Sogar westliche Fahrzeugmodelle von Volkswagen, Ford oder Fiat konnten über Genex bestellt werden, während man auf einen regulären Trabant in der DDR oft über ein Jahrzehnt warten musste. Der DDR-Staat profitierte massiv von diesem System, da er so direkt an harte Westwährung gelangte.
Forumschecks: Das legale Ersatzgeld für den Intershop
Ein weiteres zentrales Element der DDR-Devisenbeschaffung waren die Intershops. In diesen staatlichen Läden gab es ausschließlich Westwaren zu kaufen. Da DDR-Bürger ab 1974 zwar legal Westgeld besitzen, aber ab 1979 nicht mehr direkt damit im Laden bezahlen durften, führte die staatliche Forum Außenhandelsgesellschaft die Forumschecks ein. Wer von Verwandten aus dem Westen D-Mark geschenkt bekam oder legal im Ausland erwirtschaftet hatte, musste dieses Geld bei der Staatsbank der DDR im Verhältnis 1:1 in Forumschecks umtauschen. Nur mit diesen Schecks war der Einkauf im Intershop für DDR-Bürger fortan möglich. Auch das Wechselgeld in den Geschäften wurde in Forumschecks ausgegeben. Auf diese Weise stellte der Staat sicher, dass echtes Westgeld sofort in die Staatskasse floss und nicht auf dem Schwarzmarkt zirkulierte.