virtuelles Spielzeugmuseum der 50er - 70er Jahre
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Ausleihbare Spielzeug-Wanderausstellung:

Darf's ein bisschen mehr sein?

Vom Tante-Emma-Laden zum Supermarkt

Spielzeug-Kaufläden der Nachkriegszeit aus der Bundesrepublik Deutschland und der DDR als Spiegel von Einkaufskultur, Konsumverhalten und Produktdesign.

 


 

AKTUELL: Vom 11.Oktober 2015 bis zum 28.Februar 2016 ist die Spielzeugausstellung unter dem Titel

Konsum im Kinderzimmer

Spielzeugkaufläden in Ost- und Westdeutschland

im Kreismuseum Prinzeßhof (INFO) in Itzehoe zu sehen!

 


 

Bisherige Stationen:

13.3. - 30.8.2009 Grafschafter Museum Moers
11.7. -   6.9.2015  Museum Petersberg 

 

Weitere Ausleih-Anfragen sind willkommen! KONTAKT

 Mehr Spielzeug-Ausstellungen HIER


 

Informationen zur Spielzeugausstellung:

Spielzeug-Kaufmannsläden aus der DDR und der Bundesrepublik ermöglichen eine ebenso interessante wie unterhaltsame Zeitreise in die jüngere deutsche Vergangenheit. Sie beginnt in den Mangeljahren der Nachkriegszeit, in welcher Ersatzprodukte wie Getreide-Kaffee nicht nur den realen Konsum-Alltag prägen, sondern in spielgerecht verkleinerter Form auch in den damaligen Kinderkaufläden zu finden sind. Bald schon erreichen viele Waren aber wieder „Friedensqualität“ und in der Bundesrepublik ist für Ludwig Erhard, den Vater des Wirtschaftswunders, der Umstand, dass „Persil wieder da“ ist, gar ein Beleg, dass nun endgültig Frieden eingekehrt ist. Während in den Kinder-Kaufläden aus Deutschland-West ein breites Spektrum bekannter Markenprodukte und Luxusartikel zu entdecken ist, sind in den Kaufmannsläden aus Deutschland-Ost überwiegend Waren zu finden, die der Grundversorgung der Menschen dienen. Da viele in der DDR hergestellte Spielzeuge in den Export gingen, findet man aber auch in einer Art vorweggenommener Wiedervereinigung Ost-Läden, die mit West-Erzeugnissen gefüllt wurden.

Doch nicht nur die Vielfalt der seinerzeitigen Warenwelt oder Modernisierungen des Verpackungsdesigns lassen sich im Miniaturformat anschaulich nachvollziehen, sondern auch die Entwicklung vom Tante-Emma-Laden hin zum Supermarkt.

Interessantes Detail am Rande: In der DDR war und ist der Begriff „Kaufmannsladen“ für Spielzeuge dieser Art geläufig, in der Bundesrepublik werden sie überwiegend „Kaufladen“ genannt.

 


                                                                                             Maße 57 x 34,5 x 29 cm                           (K50/0/1)

Sehr aussagekräftiger Kaufladen einfachster Bauart aus den Nachkriegsjahren. Gefertigt wurde er aus Kistenbrettern, das rückwärtige Verkaufsregal steht auf ausrangierten Garnrollen und zur Beschriftung der Schübe dienten die unbedruckten Randstücke alter Briefmarkenbögen. Da die Versorgungslage in Deutschland über weite Strecken sehr schlecht war und es einige Rohstoffe so gut wie gar nicht mehr gab, sind innerhalb des Sortiments viele "Ersatzprodukte" wie Getreide-Kaffee oder "Götterspeise ohne Zucker" zu entdecken, die den deutschen Konsum-Alltag bestimmten. Insgesamt war die Auswahl in diesem Kinderkaufladen sicher vielfältiger als in der Realität.

 

 

 


Ausführlich beschrieben habe ich die Entwicklung vom Nachkriegsmangel bis hin zum Wirtschaftswunder-Überfluss im Spiegel von Spiel-Kaufläden in einem Artikel im "Trödler & Sammler Journal" 2/2005, einen Aufsatz speziell über Kinderkaufladen-Miniaturen gab's im Sammlermagazin Trödler 3/07, beide Hefte sind noch beim Verlag erhältlich INFO

 

                                                                                          Maße: 59 x 34 x 75 cm               (K50/0/2)

 In den Nachkriegsjahren vom Vater der ursprünglichen Besitzerin selbst gebauter Kaufladen. Der noch vorhandene Restbestand der Bestückung wurde zeittypisch ergänzt. Sehr aussagekräftig ist eine original dazugehörige Zigarrenkiste mit ehemals regulären Zahlungsmitteln, die nach ihrer Entwertung als Spielgeld dienten. Der Inhalt reicht von historischen Dollarnoten über Münzen der 20er bis 40er Jahre bis hin zu alten Lebensmittelkarten - letztere in den Nachkriegsjahren von unschätzbarem Wert. Nachdem sich die Lage 1948 mit der Währungsreform in vielen Bereichen entspannte, konnte die Zwangsbewirtschaftung mit Lebensmittelkarten nach und nach abgeschafft werden, sodass die hier zu sehenden Exemplare als eindrucksvolles Zeitzeugnis in diesem Kaufladen landeten.

 

 

 

 

 


 

                                                                                                                                                                                       Maße: 43 x 14 x 40 cm (K50/0/3)

Wohl ein Kaufladen aus den 1920/30er Jahren, der den Krieg überlebt hat und in den späten 40er / frühen 50er Jahren bespielt wurde, da das "Kindergeld" die ab 1949 in Deutschland-West von der "Bank Deutscher Länder" herausgegebenen Geldscheine zum Vorbild hat und der "Geobra"-Papierabroller mit "Made in US-Zone" gemarkt ist. Schokoladenzigaretten sowie eine Spielschachtel (!) "Leichter Shag" weisen auf eine Raucherfamilie hin;-)

                     
   

 


 

Die Nachkriegsjahre

Nach jahrelangen Entbehrungen bedeutet das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht etwa, dass es den Menschen im von den Siegermächten besetzten Deutschland schlagartig wieder besser geht. Es fehlt an vielem und insbesondere an Nahrungsmitteln. Zwar lindert eine gute Ernte im Jahr 1946 die Not etwas, doch der darauf folgende lange und strenge Winter entwickelt sich zu einem regelrechten „Hungerwinter“. Die wenigen zur Verfügung stehenden Lebensmittel sind rationiert und werden über Lebensmittelkarten verteilt. Wer noch Sachwerte besitzt, versucht diese auf dem Schwarzmarkt gegen Essbares einzutauschen. - Während sich 1948 die Lage in den westlichen Besatzungszonen dank des von den Amerikanern gestarteten Wiederaufbauprogramms „Marshallplan“ und der Währungsreform mit Einführung der DM allmählich wieder zu entspannen beginnt, geht es in der Sowjetischen Beatzungszone deutlich langsamer aufwärts. Die Sowjetunion fordert vielfältige Reparationsleistungen ein, was die Aufbauarbeit spürbar erschwert.

In den Spielzeugkaufläden sind etliche Zeugnisse der Nachkriegszeit zu entdecken, die sowohl den Mangel als auch die Fortschritte dokumentieren, so zum Beispiel Miniaturschachteln mit „Götterspeise ohne Zucker“, „Korn Kaffee“ oder aber eine Fleischsuppe, die bereits wieder in „Friedensqualität“ produziert wird. Auch Lebensmittelmarken, die nach Ende der Zwangsbewirtschaftung nicht mehr benötigt wurden, werden zum Spielen genutzt.

 

Kaufladen "Konsum", frühe 50er Jahre, Hersteller wohl E. Emil Schubert, DDR. Vorhandene Restbestückung (BRD) zeittypisch ergänzt, in den Fächern des Mittelstücks befanden sich ursprünglich einmal Schubladen. Maße 49 x 17 x 37,5cm

 

Im Kaufladen gefunden: "Bitte eine BZ-Zeitung zu 10 Pfennige am und vom Sonnabend mir heute mitbringen."

 


 

Kaufladen um 1954, Hersteller E. Emil Schubert, Fabrik feinster Holzspielwaren, Grünhainichen/Erzgebirge, Maße: 46 x 16 x 34cm

 


 

Kleiner Kaufladen um 1950, noch ganz im Stil der 30er Jahre, Maße: 48 x 18,5 x 28cm   

 

 

 


 

Vom Tante-Emma-Laden zum Supermarkt

 

 

...und wieder einmal ist die Miniaturwelt ein Spiegel der Realität: auch die Entwicklung vom "Tante Emma"- zum Selbstbedienungsladen ist lückenlos dokumentiert. Allerdings ist der an dieser Stelle gezeigte Kaufmannsladen aufgrund mangelnder Stellmöglichkeiten für "Waren" eher ein (ausgesprochen reizvolles) Design-Objekt denn brauchbares Spielzeug. Hersteller: VEB Seiffener Spielwaren/DDR,  Maße: 51 x 31,5 x 22cm. - Mehr Selbstbedienungsläden / Spiel-Supermärkte im weiteren Verlauf dieser Seiten.                   (K50/0/8)

 


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